Vitamin D ist die Sammelbezeichnung für Ergocalciferol (Vitamin D2) und Cholecalciferol (Vitamin D3), die aus ihren Provitaminen Ergosterol und 7-Dehydrocholesterol durch ultraviolette Strahlung B und anschließende thermische Isomerisierung entstehen. Vitamin D3 wird auch in der menschlichen Haut nach Einwirkung von UV-B-Strahlung gebildet. In den Sommermonaten kann die Bildung in der Haut die Hauptquelle für Vitamin D sein; reicht die UV-B-Strahlung nicht aus, wird die Zufuhr über die Nahrung unverzichtbar.[1][2]
Auf einen Blick
- Vitamin D3 wird in der Haut nach Einwirkung von UV-B-Strahlung gebildet; von Oktober bis März ist die Bildung oberhalb von 40° n. Br. nach einer Übersichtsarbeit nahezu unmöglich.
- Die EFSA hat eine angemessene Zufuhr von Vitamin D von 15 µg, also 600 IE pro Tag, für Erwachsene und Kinder ab 1 Jahr festgelegt.
- Reich an Vitamin D3 sind fettreiche Fische, Fischöl und Eigelb; Vitamin D2 kommt zum Beispiel in bestimmten Pilzen vor.
- Nach einer Metaanalyse aus dem Jahr 2012 erhöht Vitamin D3 den 25(OH)D-Spiegel wirksamer als Vitamin D2; bei täglicher Einnahme war der Unterschied nicht statistisch signifikant.
- Die Obergrenze der Zufuhr beträgt nach EFSA 100 µg pro Tag für Personen ab 11 Jahren und 50 µg pro Tag für Kinder von 1 bis 10 Jahren.
Der Versorgungsstatus des Organismus wird anhand der Konzentration von 25-Hydroxyvitamin D (25(OH)D) im Blutserum beurteilt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine angemessene Zufuhr von 15 µg pro Tag für Erwachsene und Kinder ab 1 Jahr sowie eine Obergrenze der Zufuhr von 100 µg pro Tag für Personen ab 11 Jahren festgelegt.[1][2]
Vitamin D2, Vitamin D3 und Präparateformen
Vitamin D2 (Ergocalciferol) und Vitamin D3 (Cholecalciferol) sind fettlöslich und kommen in Lebensmitteln und in Nahrungsergänzungsmitteln vor. Vitamin D3 findet sich in Lebensmitteln tierischen Ursprungs; Vitamin D2 entsteht in Pilzen durch Einwirkung von UV-B-Strahlung auf das Provitamin D2, wobei der Gehalt von der Strahlungsdosis und der Dauer der Exposition abhängt. Aus der gewöhnlichen Nahrung werden nach EFSA im Durchschnitt etwa 80 % des zugeführten Vitamins D resorbiert.[1][2]
Für die Zwecke der Obergrenze drückt die EFSA sie als Vitamin-D-Äquivalente aus, mit der Umrechnung 1 µg D3 = 1 µg D2 = 40 IE. Eine Metaanalyse randomisierter Studien aus dem Jahr 2012 kommt zu dem Schluss, dass Vitamin D3 die Serumkonzentration von 25(OH)D wirksamer erhöht als Vitamin D2. Der Unterschied war bei einmaligen oder seltenen hohen Dosen (Bolus) statistisch signifikant. Bei täglicher Einnahme war er mit 4,83 nmol/l zugunsten von D3 kleiner und erreichte keine statistische Signifikanz.[2][3]
Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D werden als Tropfen in Pflanzenöl, als Ölkapseln, Tabletten oder Sprays verkauft. Für den Vergleich ist der Gehalt an Vitamin D in einer Portion in µg oder IE entscheidend, nicht das Volumen des Tropfens oder die Größe der Kapsel. Zum Einfluss des Trägers, also Öl, Tablette oder Lebensmittel, auf die Resorption liegen nach EFSA nur begrenzte Daten vor. Die Wahl zwischen Tropfen und Kapseln ist deshalb eine Frage der Dosierung, nicht eines belegten Unterschieds in der Resorption.[1]
Calcidiol-Monohydrat bewertete die EFSA als neuartiges Lebensmittel zur Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln bis 10 µg pro Tag für Personen ab 11 Jahren. Für die Kennzeichnung schlug sie einen Umrechnungsfaktor von 2,5 vor, der für Dosen bis 10 µg pro Tag gilt.[2]
Bildung in der Haut nördlich des 40. Breitengrads und Vitamin D in Fisch, Eiern und Pilzen
Die Bildung von Vitamin D3 in der Haut wird nach EFSA von der geografischen Breite, der Jahreszeit, der Ozonschicht und der Bewölkung sowie von der Reflexion der UV-B-Strahlung an der Oberfläche beeinflusst. Weitere Faktoren sind die im Freien verbrachte Zeit, die Verwendung von Sonnenschutzmitteln, die Kleidung, die Hautfarbe und das Alter. In einem Versuch aus dem Jahr 1988 wurden Proben menschlicher Haut oder eine Lösung von 7-Dehydrocholesterol an wolkenlosen Tagen der Sonne ausgesetzt. In Boston (42,2° n. Br.) entstand darin von November bis Februar kein Prävitamin D3; in Edmonton (nach der Studie 52° n. Br.) dauerte dieser unwirksame Zeitraum von Oktober bis März. Der deutschsprachige Raum liegt etwa zwischen dem 46. und dem 55. Breitengrad, überwiegend also zwischen diesen beiden Städten; der Norden Deutschlands mit Berlin und Hamburg liegt auf der Breite Edmontons oder nördlicher.[1][4]
Eine Übersichtsarbeit über Mitteleuropa aus dem Jahr 2014 gibt an, dass die Bildung von Vitamin D aus der UV-B-Strahlung der Sonne von Oktober bis März oberhalb von 40° n. Br. nahezu unmöglich ist. Umgekehrt ist bei vorhandener Bildung in der Haut der Bedarf an Vitamin D aus der Nahrung geringer oder kann nach EFSA auch null sein. Ein langer Aufenthalt in der Sonne führt nicht zu einer Toxizität, weil sich die Bildung in der Haut bei fortgesetzter UV-B-Strahlung selbst begrenzt.[5][1][2]
Reich an Vitamin D3 sind nach EFSA fettreiche Fische, Fischinnereien, Fischöl und Eigelb; Vitamin D2 kommt überwiegend in Quellen pflanzlichen Ursprungs vor, darunter in bestimmten Pilzen, in denen es durch UV-B-Strahlung entsteht.[2]
25(OH)D-Spiegel: Biomarker und Grenzwerte nach EFSA, IOM und weiteren Quellen
Zugeführtes oder in der Haut gebildetes Vitamin D wird zunächst in der Leber zu 25(OH)D hydroxyliert und anschließend, überwiegend in den Nieren, zum biologisch aktiven 1,25(OH)2D. 25(OH)D ist die wichtigste zirkulierende Form mit einer Halbwertszeit von etwa 13 bis 15 Tagen.[1]
Die Serumkonzentration von 25(OH)D spiegelt die Menge an Vitamin D wider, die aus der Bildung in der Haut und aus der Nahrung stammt; die EFSA betrachtet sie deshalb als Biomarker des Versorgungsstatus bei Erwachsenen und bei Kindern. Ein Vitamin-D-Mangel führt nach EFSA wegen der unzureichenden Resorption von Calcium und Phosphor aus der Nahrung zu einer verminderten Mineralisierung der Knochen und geht mit einer erhöhten Konzentration von Parathormon (PTH) einher.[1]
Einen einheitlichen Grenzwert für einen ausreichenden Spiegel gibt es nicht; die einzelnen Institutionen verwenden unterschiedliche Werte. Die EFSA sieht es als belegt an, dass Erwachsene, Säuglinge und Kinder unterhalb von 50 nmol/l 25(OH)D ein erhöhtes Risiko für ungünstige Ergebnisse in Bezug auf Muskeln und Knochen haben. Den Wert von 50 nmol/l hat sie deshalb als Zielwert für alle Altersgruppen gewählt. Das amerikanische Institute of Medicine (IOM) leitete im Jahr 2011 empfohlene Zufuhrmengen von 600 IE pro Tag bis 70 Jahre und 800 IE ab 71 Jahren ab. Sie entsprechen einem Spiegel von mindestens 20 ng/ml (50 nmol/l). Der IOM-Ausschuss fand keine überzeugenden Belege dafür, dass höhere Spiegel oder eine höhere Zufuhr einen größeren Nutzen für die Knochen oder andere Ergebnisse bringen.[1][6]
Die europäische standardisierte Studie aus dem Jahr 2016 verwendet als Mangel einen Wert unter 30 nmol/l und als alternative Definition einen Wert unter 50 nmol/l.[7]
| Quelle | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| EFSA (2016) | 50 nmol/l (20 ng/ml) | Zielwert für die Ableitung der Referenzwerte für die Zufuhr |
| Institute of Medicine (2011) | mindestens 20 ng/ml (50 nmol/l) | Spiegel, dem die empfohlene Zufuhr von 600 IE entspricht |
| Cashman et al. (2016) | unter 30 nmol/l (12 ng/ml) | Mangel in der europäischen standardisierten Studie |
| Endocrine Society (nach Cashman 2016) | über 75 nmol/l (30 ng/ml) | vorgeschlagener Spiegel zur Maximierung der Wirkung auf den Calcium-, Knochen- und Muskelstoffwechsel; unter 50 nmol/l Mangel |
| Pludowski et al. (2014) | 30 bis 50 ng/ml (75 bis 125 nmol/l) | Bereich, der in der Übersichtsarbeit als optimal bezeichnet wird |
Versorgungsstatus in Europa, in der Slowakei und in Tschechien
Die standardisierte Messung von 25(OH)D bei 55 844 Europäern zeigte, dass 13,0 % von ihnen im Jahresdurchschnitt einen Wert unter 30 nmol/l hatten.[7]

Die Übersicht über Studien aus Mitteleuropa gibt an, dass die mittleren 25(OH)D-Konzentrationen in der Region unter 30 ng/ml liegen und das Ausmaß des Mangels dem in Westeuropa ähnlich ist.[5]
Aus der Slowakei zitiert die Übersicht eine Messung aus dem Jahr 2007 bei 162 gesunden Frauen mit einem Durchschnittsalter von 34 Jahren: Im Oktober lag der Mittelwert bei 33 ± 13 ng/ml. In Pilsen betrug im Oktober und November 2008 bei 560 Erwachsenen mit einem Durchschnittsalter von 53 Jahren der Mittelwert 25 ± 4 ng/ml.[5]
Zufuhr von 15 µg, Obergrenze von 100 µg und Hyperkalziurie
Die EFSA konnte weder einen durchschnittlichen Bedarf noch eine Bevölkerungsreferenzzufuhr festlegen und bestimmte deshalb im Jahr 2016 eine angemessene Zufuhr (AI). Für Erwachsene beträgt sie 15 µg pro Tag. Bei dieser Zufuhr erreicht die Mehrheit der Erwachsenen einen 25(OH)D-Spiegel nahe dem Zielwert von 50 nmol/l oder darüber. Die Werte für Erwachsene und Kinder beruhen auf Daten, die unter der Annahme minimaler Bildung in der Haut erhoben wurden.[1]
Die Obergrenze der Zufuhr (UL) bestätigte die EFSA im Jahr 2023 mit 100 µg pro Tag für Erwachsene einschließlich Schwangerer und Stillender sowie für Jugendliche ab 11 Jahren. Die Obergrenze bezieht sich auf die gesamte langfristige tägliche Zufuhr von Vitamin D aus allen Quellen.[2]
| Gruppe | AI (µg pro Tag) | AI (IE pro Tag) | UL (µg pro Tag) | UL (IE pro Tag) |
|---|---|---|---|---|
| Säuglinge 7 bis 11 Monate | 10 | 400 | 35 | 1 400 |
| Kinder 1 bis 10 Jahre | 15 | 600 | 50 | 2 000 |
| Jugendliche 11 bis 17 Jahre | 15 | 600 | 100 | 4 000 |
| Erwachsene | 15 | 600 | 100 | 4 000 |
| Schwangere und Stillende | 15 | 600 | 100 | 4 000 |
Etiketten geben den Gehalt in Mikrogramm (µg) oder in Internationalen Einheiten (IE) an. Nach EFSA gilt 1 µg = 40 IE und 0,025 µg = 1 IE. Eine Kapsel mit 2 000 IE enthält 50 µg, also die Hälfte der Obergrenze für Erwachsene (Umrechnung).[1][2]
Der kritische Indikator für die Festlegung der Obergrenze ist nach EFSA die anhaltende Hyperkalziurie, eine erhöhte Ausscheidung von Calcium über den Urin. Sie kann ein früheres Zeichen eines Überschusses sein als die anhaltende Hyperkalzämie, ein erhöhter Spiegel von Calcium im Blut. Der LOAEL, also die Dosis, ab der in zwei randomisierten Studien eine unerwünschte Wirkung beobachtet wurde, betrug 250 µg pro Tag. Da keine Dosis ohne beobachtete unerwünschte Wirkung (NOAEL) vorlag, wandte die EFSA einen Unsicherheitsfaktor von 2,5 an; daraus ergibt sich eine UL von 100 µg pro Tag. In diesen Studien mit 250 µg pro Tag zusammen mit Calcium über ein und drei Jahre war das Risiko einer anhaltenden Hyperkalziurie etwa dreimal so hoch wie bei Dosen von 10 bis 15 µg pro Tag.[2]
Eine Hyperkalzämie entsteht nach EFSA selten aus Calcium allein aus der Nahrung; hohe Dosen von Calciumpräparaten können sie jedoch auslösen, vor allem zusammen mit Vitamin-D-Präparaten, welche die Calciumresorption erhöhen. Auf der Grundlage der Zufuhrdaten überschreitet die europäische Bevölkerung die Obergrenze wahrscheinlich nicht, mit Ausnahme regelmäßiger Verwender von Präparaten mit hohen Vitamin-D-Dosen.[2]
Zwölf zugelassene Angaben zu Vitamin D in vier Verordnungen
Die Verordnung (EU) Nr. 432/2012 in der konsolidierten Fassung vom 20. August 2025 führt für Vitamin D sieben zugelassene Angaben nach Artikel 13. Sie dürfen nur für ein Lebensmittel verwendet werden, das die Mindestanforderungen an eine Vitamin-D-Quelle erfüllt.[8]
Nach Artikel 14 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 sind für Vitamin D auch Angaben über die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern zugelassen.[9][10]
Die Verordnung (EU) Nr. 1228/2014 ließ zwei Angaben nach Artikel 14 Absatz 1 Buchstabe a der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 zu, beide nur für Nahrungsergänzungsmittel. Für solche Angaben verlangt die Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 außerdem eine Erklärung, dass die Krankheit, auf die sich die Angabe bezieht, durch mehrere Risikofaktoren bedingt ist und dass die Veränderung eines dieser Risikofaktoren eine positive Wirkung haben kann oder auch nicht.[11][12]
Die Angabe zu Vitamin D und der Funktion der Schilddrüse führt das EU-Register (Stand 2013) als nicht zugelassen, weil die angegebene Wirkung nicht belegt wurde.[13]
| Angabe | Rechtsgrundlage | Bedingung |
|---|---|---|
| Vitamin D trägt zu einer normalen Aufnahme/Verwertung von Calcium und Phosphor bei | Verordnung (EU) Nr. 432/2012, Artikel 13 | Lebensmittel, die die Mindestanforderungen an eine Vitamin-D-Quelle erfüllen |
| Vitamin D trägt zu einem normalen Calciumspiegel im Blut bei | Verordnung (EU) Nr. 432/2012, Artikel 13 | Lebensmittel, die die Mindestanforderungen an eine Vitamin-D-Quelle erfüllen |
| Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei. Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Zähne bei | Verordnung (EU) Nr. 432/2012, Artikel 13 | Lebensmittel, die die Mindestanforderungen an eine Vitamin-D-Quelle erfüllen |
| Vitamin D trägt zur Erhaltung einer normalen Muskelfunktion bei | Verordnung (EU) Nr. 432/2012, Artikel 13 | Lebensmittel, die die Mindestanforderungen an eine Vitamin-D-Quelle erfüllen |
| Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei | Verordnung (EU) Nr. 432/2012, Artikel 13 | Lebensmittel, die die Mindestanforderungen an eine Vitamin-D-Quelle erfüllen |
| Vitamin D hat eine Funktion bei der Zellteilung | Verordnung (EU) Nr. 432/2012, Artikel 13 | Lebensmittel, die die Mindestanforderungen an eine Vitamin-D-Quelle erfüllen |
| Vitamin D wird für ein gesundes Wachstum und eine gesunde Entwicklung der Knochen bei Kindern benötigt. | Verordnung (EG) Nr. 983/2009, Artikel 14 Absatz 1 Buchstabe b | Lebensmittel, die die Mindestanforderungen an eine Vitamin-D-Quelle erfüllen |
| Kalzium und Vitamin D werden für ein gesundes Wachstum und eine gesunde Entwicklung der Knochen bei Kindern benötigt. | Verordnung (EG) Nr. 983/2009, Artikel 14 Absatz 1 Buchstabe b | Lebensmittel, die die Mindestanforderungen an eine Kalzium- und Vitaminquelle erfüllen |
| Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei Kindern bei. | Verordnung (EU) 2016/1389, Artikel 14 Absatz 1 Buchstabe b | Lebensmittel, die die Mindestanforderungen an eine Vitamin-D-Quelle erfüllen |
| Vitamin D trägt dazu bei, die durch posturale Instabilität und Muskelschwäche bedingte Sturzgefahr zu verringern. Stürze sind bei Männern und Frauen ab 60 Jahren ein Risikofaktor für Knochenbrüche. | Verordnung (EU) Nr. 1228/2014, Artikel 14 Absatz 1 Buchstabe a | nur Nahrungsergänzungsmittel mit mindestens 15 μg Vitamin D je angegebene Portion, bestimmt für Männer und Frauen ab 60 Jahren; Unterrichtung der Verbraucher, dass sich die positive Wirkung bei einer täglichen Aufnahme von 20 μg Vitamin D aus allen Quellen einstellt |
| Calcium und Vitamin D tragen dazu bei, den Verlust an Knochenmineralstoffen bei postmenopausalen Frauen zu verringern. Eine geringe Knochenmineraldichte ist ein Risikofaktor für durch Osteoporose bedingte Knochenbrüche. | Verordnung (EU) Nr. 1228/2014, Artikel 14 Absatz 1 Buchstabe a | nur Nahrungsergänzungsmittel mit mindestens 400 mg Calcium und 15 μg Vitamin D je angegebene Portion, bestimmt für Frauen ab 50 Jahren; Unterrichtung der Verbraucher über eine tägliche Einnahme von mindestens 1 200 mg Calcium und 20 μg Vitamin D aus allen Quellen |
Kombination mit Vitamin K2: was belegt ist und was nicht
Vitamin K2 (Menachinon) wird in Gewebe außerhalb der Leber transportiert, zum Beispiel in die Knochen und die Gefäßwand, wo es die Aktivität des Matrix-Gla-Proteins (MGP) und des Osteocalcins steuert. Vitamin D unterstützt die Bildung der Vitamin-K-abhängigen Proteine.[14]
Ein Übersichtsartikel aus dem Jahr 2017 gibt an, dass die meisten klinischen Studien zur Kombination der Vitamine D und K die Knochen bei Frauen nach der Menopause untersucht haben. Studien mit Herz-Kreislauf-Parametern gibt es wenige. Die Autoren schließen, dass die gemeinsame Einnahme wirksamer sein könnte als die Einnahme eines der beiden Stoffe; die Formulierung belassen sie im Konjunktiv.[14]
Die Verordnung (EU) Nr. 432/2012 enthält keine Angabe zur Kombination der Vitamine D und K. Für Vitamin K sind die Angaben zugelassen, dass es zu einer normalen Blutgerinnung und zur Erhaltung normaler Knochen beiträgt; die Angabe zu den Knochen ist somit für jeden der beiden Stoffe einzeln zugelassen. Derselbe Übersichtsartikel aus dem Jahr 2017 hält in seinem Fazit fest, dass eine Supplementierung von Vitamin D und Calcium bei gleichzeitigem Vitamin-K-Mangel langfristig zur Verkalkung von Weichgewebe und zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen könnte, insbesondere bei Personen, die Vitamin-K-Antagonisten einnehmen. Die Autoren raten deshalb zur Vorsicht bei hohen Dosen Vitamin D. Zugleich halten sie weitere klinische Daten zum Zusammenspiel der Vitamine D und K für dringend erforderlich. Die EFSA berücksichtigt Vitamin K bei der Festlegung der Obergrenze für Vitamin D nicht.[8][14][2]
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Quellen
- EFSA (2017). Dietary Reference Values for nutrients: Summary report (Kapitel 5.12 Vitamin D, Gutachten EFSA Journal 2016;14(10):4547). EFSA Supporting Publication 2017:e15121. https://www.efsa.europa.eu/sites/default/files/2017_09_DRVs_summary_report.pdf
- EFSA NDA Panel (2023). Scientific opinion on the tolerable upper intake level for vitamin D, including the derivation of a conversion factor for calcidiol monohydrate. EFSA Journal 21(8):8145. https://doi.org/10.2903/j.efsa.2023.8145
- Tripkovic L, Lambert H, Hart K et al. (2012). Comparison of vitamin D2 and vitamin D3 supplementation in raising serum 25-hydroxyvitamin D status: a systematic review and meta-analysis. Am J Clin Nutr 95(6):1357. https://doi.org/10.3945/ajcn.111.031070
- Webb AR, Kline L, Holick MF (1988). Influence of season and latitude on the cutaneous synthesis of vitamin D3: exposure to winter sunlight in Boston and Edmonton will not promote vitamin D3 synthesis in human skin. J Clin Endocrinol Metab 67(2):373. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/2839537/
- Pludowski P, Grant WB, Bhattoa HP et al. (2014). Vitamin D status in Central Europe. Int J Endocrinol 2014:589587. https://doi.org/10.1155/2014/589587
- Ross AC, Manson JE, Abrams SA et al. (2011). The 2011 report on dietary reference intakes for calcium and vitamin D from the Institute of Medicine: what clinicians need to know. J Clin Endocrinol Metab 96(1):53. https://doi.org/10.1210/jc.2010-2704
- Cashman KD, Dowling KG, Škrabáková Z et al. (2016). Vitamin D deficiency in Europe: pandemic? Am J Clin Nutr 103(4):1033. https://doi.org/10.3945/ajcn.115.120873
- Europäische Kommission (2012). Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern (konsolidierte Fassung vom 20.8.2025), Anhang, Einträge Vitamin D und Vitamin K. Amtsblatt der EU L 136. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02012R0432-20250820
- Kommission der Europäischen Gemeinschaften (2009). Verordnung (EG) Nr. 983/2009 der Kommission vom 21. Oktober 2009 zur Zulassung bzw. Verweigerung der Zulassung bestimmter gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel betreffend die Verringerung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern (konsolidierte Fassung vom 11.7.2014), Anhang I. Amtsblatt der EU L 277. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02009R0983-20140711
- Europäische Kommission (2016). Verordnung (EU) 2016/1389 der Kommission vom 17. August 2016 über die Zulassung einer gesundheitsbezogenen Angabe über Lebensmittel betreffend die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern, Anhang. Amtsblatt der EU L 223. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32016R1389
- Europäische Kommission (2014). Verordnung (EU) Nr. 1228/2014 der Kommission vom 17. November 2014 über die Zulassung bzw. Nichtzulassung bestimmter gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel betreffend die Verringerung eines Krankheitsrisikos, Anhang I. Amtsblatt der EU L 331. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32014R1228
- Europäisches Parlament und Rat (2006). Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel, Artikel 14. Amtsblatt der EU L 404. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32006R1924
- Europäische Kommission (2013). EU Register on nutrition and health claims, Stand vom 14. Februar 2013 (nicht zugelassene Angaben). Food and Feed Information Portal. https://ec.europa.eu/food/food-feed-portal/backend/claims/files/euregister.pdf
- van Ballegooijen AJ, Pilz S, Tomaschitz A, Grübler MR, Verheyen N (2017). The Synergistic Interplay between Vitamins D and K for Bone and Cardiovascular Health: A Narrative Review. Int J Endocrinol 2017:7454376. https://doi.org/10.1155/2017/7454376