Omega-3-Fettsäuren sind eine Gruppe mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Zu ihr gehören die pflanzliche Alpha-Linolensäure (ALA) und die von ihr abgeleiteten Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). ALA kann der Körper nicht selbst bilden, sie ist daher eine essenzielle Fettsäure. EPA und DHA kann der Körper aus ALA synthetisieren, die Umwandlung ist jedoch begrenzt. Im Handel bezeichnet der Ausdruck Omega 3 auch Nahrungsergänzungsmittel mit Fisch-, Krill- oder Algenöl.[1][2]
Auf einen Blick
- Zu den Omega-3-Fettsäuren gehören die pflanzliche Alpha-Linolensäure (ALA) und die davon abgeleiteten EPA und DHA, die der Körper aus ALA nur begrenzt bildet.
- Die EFSA hat eine angemessene Zufuhr von 250 mg EPA und DHA pro Tag für Erwachsene und von 0,5 % der Energie für ALA festgelegt.
- Makrele, Hering und Forelle enthalten wegen ihres hohen Fettgehalts ausreichende Mengen an EPA und DHA; pflanzliche Lebensmittel enthalten ALA.
- Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2022 schätzte bei 2 bis 3 g EPA und DHA pro Tag eine mittlere Senkung des systolischen Drucks um 2,61 mm Hg im Vergleich zur Dosis null.
- Eine zusätzliche Zufuhr von EPA und DHA zusammen bis 5 g pro Tag gibt nach der EFSA bei Erwachsenen keinen Anlass zu Sicherheitsbedenken.
Umwandlung von ALA in EPA und DHA im Körper
Alpha-Linolensäure (ALA, 18:3 n-3) ist eine pflanzliche Omega-3-Fettsäure und die Vorstufe der längerkettigen Fettsäuren EPA (20:5 n-3), DPA (22:5 n-3) und DHA (22:6 n-3). Bei gesunden Erwachsenen mit westlicher Ernährung erhöht zusätzliche ALA den Gehalt an EPA und DPA im Blut und in der Muttermilch. Auf den DHA-Gehalt im Blut haben ALA und EPA wenig Einfluss; den DHA-Gehalt erhöht die Zufuhr von vorgeformter DHA.[3]
Studien mit stabilen Isotopen zeigen, dass ALA in EPA umgewandelt wird, bei Männern jedoch nur begrenzt. Die weitere Umwandlung in DHA ist sehr gering. Der umgewandelte Anteil der ALA ist bei Frauen höher, was mit dem regulierenden Einfluss von Östrogen zusammenhängen kann.[2]
| Fettsäure | Abkürzung | Hauptquelle | Umwandlung im Körper |
|---|---|---|---|
| Alpha-Linolensäure (18:3 n-3) | ALA | Pflanzenöle und Samen | essenziell; der Körper bildet sie nicht |
| Eicosapentaensäure (20:5 n-3) | EPA | Meeresfisch, Fisch- und Krillöl | entsteht aus ALA in begrenztem Umfang |
| Docosahexaensäure (22:6 n-3) | DHA | Meeresfisch, Fisch- und Algenöl | entsteht aus ALA in sehr geringem Umfang; den Blutspiegel erhöht vorgeformte DHA |
Empfohlene Zufuhr nach EFSA für Erwachsene, Schwangere und Kinder
In ihrem Gutachten zu den Referenzwerten für Fette aus dem Jahr 2010 konnte die EFSA für ALA weder einen durchschnittlichen Bedarf noch eine Referenzzufuhr für die Bevölkerung ableiten. Sie legte daher eine angemessene Zufuhr (AI) von 0,5 % der Energie fest. Grundlage war die niedrigste durchschnittliche Zufuhr in europäischen Bevölkerungsgruppen ohne Anzeichen eines Mangels. Eine obere Zufuhrgrenze für ALA legte sie nicht fest, da sie keine überzeugenden Belege für nachteilige Wirkungen fand.[1]
Für EPA und DHA zusammen legte die EFSA aus kardiovaskulären Erwägungen eine angemessene Zufuhr von 250 mg pro Tag für Erwachsene fest. Das Gutachten von 2012 hält fest, dass die Empfehlungen für europäische Erwachsene zwischen 250 und 500 mg pro Tag liegen. Ein Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 legte die EFSA in ihrem Gutachten zu Fetten von 2010 nicht fest. Sie schlug vor, dafür keine konkreten Werte zu bestimmen, weil die Daten für die Empfehlung eines Verhältnisses unabhängig von der absoluten Zufuhr nicht ausreichen.[1][4]
| Gruppe | ALA | EPA + DHA | Zusätzlich DHA |
|---|---|---|---|
| Säuglinge ab 7 Monaten und Kleinkinder bis 24 Monate | 0,5 % der Energie | 100 mg DHA | |
| Kinder ab 2 Jahren und Jugendliche | 0,5 % der Energie | 250 mg | |
| Erwachsene | 0,5 % der Energie | 250 mg | |
| Schwangere und Stillende | 0,5 % der Energie | 250 mg | 100 bis 200 mg DHA |
Für Kinder von 2 bis 18 Jahren konnte die EFSA keinen altersbezogenen Wert ableiten. Die Empfehlung für Kinder soll der für Erwachsene entsprechen, also 1 bis 2 Mahlzeiten mit fettreichem Fisch pro Woche oder etwa 250 mg EPA und DHA pro Tag. Zur Zufuhr von 250 mg EPA und DHA sollen nach der EFSA in Schwangerschaft und Stillzeit 100 bis 200 mg vorgeformte DHA hinzukommen. Die Menge gleicht die oxidativen Verluste an DHA der Mutter und die Einlagerung von DHA im Fettgewebe des Fötus und des Säuglings aus. Bei älteren Säuglingen erwies sich eine DHA-Zufuhr von 50 bis 100 mg pro Tag in der Beikostzeit als wirksam für die Sehfunktion. Der Anteil der ALA, der in längerkettige Omega-3-Fettsäuren umgewandelt wird, ist bei Frauen höher als bei Männern; nach einer Übersichtsarbeit von 2005 kann diese Fähigkeit wichtig sein, um den DHA-Bedarf des Fötus und des Neugeborenen zu decken.[1][2]
Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben zu Omega-3 in der EU
Das EU-Register der nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben führt für Omega-3-Fettsäuren zugelassene Angaben nach den Verordnungen (EU) Nr. 432/2012, Nr. 440/2011 und Nr. 536/2013 sowie (EG) Nr. 983/2009. Das Register führt die Angabe, dass EPA und DHA zu einer normalen Herzfunktion beitragen. Bedingung ist, dass das Lebensmittel eine Quelle von Omega-3-Fettsäuren ist und die Verbraucher über eine tägliche Aufnahme von 250 mg EPA und DHA unterrichtet werden.[5]
Die Verordnung (EU) Nr. 536/2013 der Kommission ergänzte drei Angaben mit höheren Dosen. DHA und EPA tragen zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei, bei einer täglichen Aufnahme von 3 g EPA und DHA. DHA und EPA tragen zur Aufrechterhaltung eines normalen Triglyceridspiegels im Blut bei, bei einer täglichen Aufnahme von 2 g EPA und DHA. DHA trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Triglyceridspiegels im Blut bei, bei einer täglichen Aufnahme von 2 g DHA in Kombination mit EPA. Auf Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln sind die Verbraucher zu unterrichten, eine zusätzliche tägliche Aufnahme von 5 g EPA und DHA zusammen nicht zu überschreiten. Die drei Angaben dürfen nicht für Lebensmittel verwendet werden, die für Kinder bestimmt sind.[6]
| Stoff | Angabe im amtlichen Wortlaut | Verwendungsbedingungen | Status |
|---|---|---|---|
| EPA und DHA | EPA und DHA tragen zu einer normalen Herzfunktion bei | Lebensmittel, die mindestens eine Quelle von EPA und DHA im Sinne der Angabe QUELLE VON OMEGA-3-FETTSÄUREN sind; positive Wirkung bei einer täglichen Aufnahme von 250 mg EPA und DHA | zugelassen, 432/2012 |
| DHA | DHA trägt zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion bei | mindestens 40 mg DHA je 100 g und je 100 kcal; positive Wirkung bei einer täglichen Aufnahme von 250 mg DHA | zugelassen, 432/2012 |
| DHA | DHA trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei | mindestens 40 mg DHA je 100 g und je 100 kcal; positive Wirkung bei einer täglichen Aufnahme von 250 mg DHA | zugelassen, 432/2012 |
| ALA | ALA trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei | Lebensmittel, die die Mindestanforderungen an eine ALA-Quelle im Sinne der Angabe QUELLE VON OMEGA-3-FETTSÄUREN erfüllen; positive Wirkung bei einer täglichen Aufnahme von 2 g ALA | zugelassen, 432/2012 |
| DHA und EPA | DHA und EPA tragen zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei | tägliche Aufnahme von 3 g EPA und DHA; bei Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln Hinweis, eine tägliche Gesamtaufnahme aus diesen Lebensmitteln von 5 g EPA und DHA kombiniert nicht zu überschreiten; nicht für Lebensmittel, die für Kinder bestimmt sind | zugelassen, 536/2013 |
| DHA und EPA | DHA und EPA tragen zur Aufrechterhaltung eines normalen Triglyceridspiegels im Blut bei | tägliche Aufnahme von 2 g EPA und DHA; bei Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln Hinweis, eine tägliche Gesamtaufnahme aus diesen Lebensmitteln von 5 g EPA und DHA kombiniert nicht zu überschreiten; nicht für Lebensmittel, die für Kinder bestimmt sind | zugelassen, 536/2013 |
| DHA | DHA trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Triglyceridspiegels im Blut bei | tägliche Aufnahme von 2 g DHA in Kombination mit EPA; bei Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln Hinweis, eine tägliche Gesamtaufnahme aus diesen Lebensmitteln von 5 g EPA und DHA kombiniert nicht zu überschreiten; nicht für Lebensmittel, die für Kinder bestimmt sind | zugelassen, 536/2013 |
| DHA (Mutter) | Die Aufnahme von Docosahexaensäure (DHA) durch die Mutter trägt zur normalen Entwicklung der Augen beim Fötus und beim gestillten Säugling bei. | tägliche Aufnahme von 200 mg DHA zusätzlich zu 250 mg DHA und EPA für Erwachsene; das Lebensmittel gewährleistet eine tägliche Aufnahme von mindestens 200 mg DHA | zugelassen, 440/2011 |
| DHA (Mutter) | Die Aufnahme von Docosahexaensäure (DHA) durch die Mutter trägt zur normalen Entwicklung des Gehirns beim Fötus und beim gestillten Säugling bei. | tägliche Aufnahme von 200 mg DHA zusätzlich zu 250 mg DHA und EPA für Erwachsene; das Lebensmittel gewährleistet eine tägliche Aufnahme von mindestens 200 mg DHA | zugelassen, 440/2011 |
| DHA (Säuglinge) | Die Aufnahme von Docosahexaensäure (DHA) trägt zur normalen Entwicklung der Sehkraft bei Säuglingen bis zum Alter von 12 Monaten bei. | positive Wirkung bei einer täglichen Aufnahme von 100 mg DHA; Folgenahrung mit einem DHA-Gehalt von mindestens 0,3 % der Fettsäuren insgesamt | zugelassen, 440/2011 |
| ALA und Linolsäure | Essenzielle Fettsäuren werden für ein gesundes Wachstum und eine gesunde Entwicklung bei Kindern benötigt. | positive Wirkung bei einer täglichen Aufnahme von 2 g α-Linolensäure (ALA) und 10 g Linolsäure (LA) | zugelassen, 983/2009 |
| EPA und DHA | Erhaltung der Gelenke; Verbesserung der Stimmung | nicht zugelassen | |
| ALA | Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks | nicht zugelassen |
Die Angaben zu den Gelenken (Gutachten 2009;7(9):1263) und zur Stimmung (2011;9(4):2078) für EPA und DHA sowie die Angabe zum Blutdruck für ALA (2009;7(9):1252) sind im Register als nicht zugelassen geführt.[5]
Hohe Dosen: Triglyceride, Blutdruck und Sicherheit
Eine wissenschaftliche Stellungnahme der American Heart Association aus dem Jahr 2019 hält fest, dass eine Erklärung von 2002 EPA und DHA in einer Dosis von 2 bis 4 g pro Tag für Personen mit erhöhten Triglyceriden empfahl. Bei sehr hohen Triglyceridwerten senken Präparate mit 4 g EPA und DHA pro Tag die Triglyceride um 30 % und mehr, bei gleichzeitigem Anstieg des LDL-Cholesterins. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass verschreibungspflichtige Omega-3-Arzneimittel mit 4 g pro Tag (mehr als 3 g EPA und DHA) eine wirksame und sichere Option zur Senkung der Triglyceride sind; es handelt sich um Dosen verschreibungspflichtiger Arzneimittel, nicht von Nahrungsergänzungsmitteln.[10]
Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2022 umfasste 71 randomisierte Studien mit 4 973 Personen; der Median der kombinierten Dosis von DHA und EPA lag bei 2,8 g pro Tag. Die geschätzte Beziehung zwischen Dosis und Blutdruck hatte die Form eines J. Nach der geschätzten Dosis-Wirkungs-Kurve entsprach einer Dosis von 2 g pro Tag eine mittlere Senkung des systolischen Drucks um 2,61 mm Hg und des diastolischen um 1,64 mm Hg. Einer Dosis von 3 g pro Tag entsprachen 2,61 und 1,80 mm Hg, jeweils im Vergleich zur Dosis null. Bei Personen mit Hypertonie, mit Hyperlipidämie und bei älteren Personen war die Beziehung stärker und annähernd linear. Die Autoren folgern, dass die optimale kombinierte Zufuhr wahrscheinlich zwischen 2 und 3 g pro Tag liegt.[11]
Die EFSA kam 2012 zu dem Schluss, dass die verfügbaren Daten für die Festlegung einer tolerierbaren oberen Zufuhrmenge langkettiger Omega-3-Fettsäuren für keine Bevölkerungsgruppe ausreichen. Bei den beobachteten Zufuhrmengen wurden bei gesunden Kindern und Erwachsenen keine nachteiligen Wirkungen festgestellt. Eine langfristige zusätzliche Zufuhr von EPA und DHA zusammen bis etwa 5 g pro Tag erhöht nach der EFSA offenbar das Risiko spontaner Blutungen oder von Blutungskomplikationen nicht. Sie beeinflusst offenbar auch die Glukosehomöostase, die Immunfunktion und die Lipidperoxidation nicht, sofern die oxidative Stabilität des Öls gewährleistet ist.[4]
EPA und DHA zusammen in Dosen von 2 bis 6 g pro Tag und DHA in Dosen von 2 bis 4 g pro Tag erhöhen die Konzentration des LDL-Cholesterins um etwa 3 %. Nach der EFSA muss dies keine nachteilige Wirkung auf das kardiovaskuläre Risiko haben; EPA bis 4 g pro Tag beeinflusst das LDL-Cholesterin nicht signifikant. Eine zusätzliche Zufuhr von EPA und DHA zusammen bis 5 g pro Tag und von EPA allein bis 1,8 g pro Tag gibt bei Erwachsenen keinen Anlass zu Sicherheitsbedenken. DHA allein bis etwa 1 g pro Tag gibt in der Allgemeinbevölkerung keinen Anlass zu Bedenken.[4]
Fisch-, Krill- und Algenöl: Formen und Aufnahme
In Fischen sind die Fettsäuren überwiegend als Triacylglycerole (Triglyceride) gespeichert; im Krill sind 30 bis 65 % der Fettsäuren in Phospholipiden gebunden. Konzentrierte Fischölpräparate werden als Ethylester oder als reveresterte Triglyceride hergestellt. Eine Studie aus dem Jahr 2010 mit 72 Freiwilligen verglich über 2 Wochen fünf Formen mit jeweils etwa 3,3 g EPA und DHA pro Tag und ein Placebo. Die Bioverfügbarkeit aus reveresterten Triglyceriden betrug 124 % im Vergleich zu natürlichem Fischöl, aus Ethylestern 73 % und aus freien Fettsäuren 91 %; der letzte Unterschied war statistisch nicht signifikant.[12][13]
In einer randomisierten Studie aus dem Jahr 2011 mit 113 ausgewerteten Personen erhielten 36 Personen 7 Wochen lang Krillöl mit 3,0 g pro Tag und 543 mg EPA und DHA. Weitere 40 Personen erhielten Fischöl mit 1,8 g pro Tag und 864 mg EPA und DHA. Eine Kontrollgruppe von 37 Personen erhielt kein Präparat. Krillöl erhöhte den Gehalt an EPA und DHA im Plasma im gleichen Maß wie Fischöl. Die Studie verglich also zwei unterschiedliche Dosen, nicht dieselbe Dosis in zwei Formen.[12]
Algenöl ist eine Quelle von DHA ohne Fisch. In einer randomisierten offenen Studie aus dem Jahr 2008 erhielten 32 gesunde Erwachsene 2 Wochen lang 600 mg DHA pro Tag aus Algenölkapseln oder aus gegartem Lachs. Der DHA-Gehalt stieg in beiden Gruppen um etwa 80 % in den Plasmaphospholipiden und um 25 % in den Erythrozyten; Algenöl und Lachs waren gleichwertig.[14]
| Form | Typische Quelle | Daten zur Aufnahme |
|---|---|---|
| Natürliche Triglyceride | Fischöl | Referenzform in der Studie von 2010 (100 %) |
| Reveresterte Triglyceride | konzentriertes Fischöl | 124 % im Vergleich zu natürlichem Fischöl (2010) |
| Ethylester | konzentriertes Fischöl | 73 % im Vergleich zu natürlichem Fischöl (2010) |
| Freie Fettsäuren | konzentriertes Fischöl | 91 %, ohne signifikanten Unterschied zu Triglyceriden (2010) |
| Phospholipide | Krillöl | 543 mg EPA und DHA erhöhten den Plasmagehalt wie 864 mg aus Fischöl (2011) |
| Triglyceride aus Algen | Algenöl (DHA) | 600 mg DHA gleichwertig mit gegartem Lachs (2008) |
Oxidation des Öls und Bewertung eines Präparats: PV, AV und TOTOX
Omega-3-Fettsäuren unterliegen der Oxidation. Die Peroxidzahl (PV) gibt die primären Oxidationsprodukte an (Lipidperoxide), die Anisidinzahl (AV) die sekundären Produkte (Aldehyde und Ketone). Aus beiden wird der Gesamtoxidationswert TOTOX geschätzt. TOTOX wird nach der Formel 2 × PV + AV berechnet. Internationale Empfehlungen, darunter die GOED-Monografie, nennen Grenzwerte von PV unter 5, AV unter 20 und TOTOX unter 26. Diese Normen beruhen auf sensorischen Eigenschaften, da die Daten für Grenzwerte auf Grundlage gesundheitlicher Wirkungen nicht ausreichen. Der Zusatz von Antioxidantien verlangsamt die Oxidation, hält sie aber nicht auf.[15]
In einer Erhebung zu Fischölen auf dem neuseeländischen Markt aus dem Jahr 2015 enthielten nur 3 von 32 Produkten so viel EPA und DHA wie auf dem Etikett angegeben. Bei 69 % der Produkte lag der Gehalt unter 67 % der deklarierten Menge. Den PV-Grenzwert überschritten 83 % der Produkte, den AV-Grenzwert 25 % und den TOTOX-Grenzwert 50 %; alle drei Grenzwerte erfüllten 8 %. Alle Produkte lagen innerhalb des Mindesthaltbarkeitsdatums; die Resthaltbarkeit betrug 270 Tage und mehr.[15]
- Gehalt an EPA und DHA je Portion laut Etikett, nicht die Ölmenge; die angemessene Zufuhr beträgt 250 mg pro Tag, die Angaben zu Triglyceriden und Blutdruck setzen 2 g und 3 g voraus.[1][6]
- Chemische Form: reveresterte Triglyceride zeigten eine höhere Bioverfügbarkeit als natürliches Fischöl, Ethylester eine niedrigere.[13]
- Die Oxidationswerte PV, AV und TOTOX im Analysenzertifikat im Vergleich mit den Grenzwerten 5, 20 und 26.[15]
- Herkunft des Öls: Fisch, Krill (Phospholipide) oder Algen (DHA ohne Fisch) je nach Ernährungseinschränkungen.[12][14]
Gehalt an EPA und DHA in Fisch
Eine Erhebung an 123 Fischproben vom deutschen Markt aus dem Jahr 2012 berichtet, dass Makrele, Hering und Forelle wegen ihres hohen Fettgehalts ausreichende Mengen an EPA und DHA enthalten. Thunfisch, Seelachs und Alaska-Seelachs tragen trotz geringeren Fettgehalts zur Zufuhr bei. Zuchtlachs hatte 12,3 % Fett gegenüber 2,1 % bei Wildlachs. Der Gehalt an Fett und Fettsäuren in Fischen schwankt nach Futter, Fanggebiet, Jahreszeit, Wassertemperatur, Alter und Größe des Fisches. Fettreiche Fische, Fischinnereien und Fischöl sind nach der EFSA zugleich reich an Vitamin D3.[16][17]

| Fisch | Fett | EPA + DHA in 100 g |
|---|---|---|
| Makrele | 20,6 g | 3,08 g |
| Lachs, Zucht | 12,3 g | 1,53 g |
| Hering | 12,7 g | 1,45 g |
| Forelle | 7,9 g | 1,17 g |
| Sardine, Konserve | 10,2 g | 1,16 g |
| Thunfisch | 2,3 g | 0,72 g |
| Lachs, Wildfang | 2,1 g | 0,44 g |
| Kabeljau, Filet | 0,6 g | 0,26 g |
| Dorschleber | 40,4 g | 6,94 g |
Die angemessene Zufuhr von 250 mg EPA und DHA pro Tag entspricht etwa 8 g Makrele, 16 g Zuchtlachs oder 96 g Kabeljau. Es handelt sich um eine Berechnung aus den Mittelwerten der Tabelle und der AI nach EFSA. Wegen der großen Streuung der Werte zwischen den Proben ist die Berechnung nur ein Anhaltspunkt. Pflanzliche Lebensmittel enthalten ALA; den ALA-Gehalt einzelner Lebensmittel beziffern die zitierten Quellen nicht.[1][16][3][2]
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Quellen
- EFSA (2017). Dietary Reference Values for nutrients: Summary report (section on fats, restating the 2010 opinion on Dietary Reference Values for fats, EFSA Journal 2010;8(3):1461). EFSA Supporting Publication 2017:e15121. https://www.efsa.europa.eu/sites/default/files/2017_09_DRVs_summary_report.pdf
- Burdge GC, Calder PC (2005). Conversion of alpha-linolenic acid to longer-chain polyunsaturated fatty acids in human adults. Reprod Nutr Dev 45(5):581. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16188209/
- Brenna JT, Salem N Jr, Sinclair AJ, Cunnane SC; ISSFAL (2009). alpha-Linolenic acid supplementation and conversion to n-3 long-chain polyunsaturated fatty acids in humans. Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids 80(2-3):85. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19269799/
- EFSA NDA Panel (2012). Scientific Opinion on the Tolerable Upper Intake Level of eicosapentaenoic acid (EPA), docosahexaenoic acid (DHA) and docosapentaenoic acid (DPA). EFSA Journal 10(7):2815. https://doi.org/10.2903/j.efsa.2012.2815
- Europäische Kommission (2012). EU Register on nutrition and health claims (Verordnung (EU) Nr. 432/2012 und Nr. 440/2011). Food and Feed Information Portal. https://ec.europa.eu/food/food-feed-portal/backend/claims/files/euregister.pdf
- Europäische Kommission (2013). Verordnung (EU) Nr. 536/2013 der Kommission vom 11. Juni 2013 zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 (gesundheitsbezogene Angaben zu DHA und EPA, Triglyceriden und Blutdruck). Amtsblatt der EU L 160, 12.6.2013. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32013R0536
- Europäische Kommission (2011). Verordnung (EU) Nr. 440/2011 der Kommission vom 6. Mai 2011 über die Zulassung bzw. Nichtzulassung bestimmter gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel betreffend die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern, Anhang I (Einträge DHA). Amtsblatt der EU L 119, 7.5.2011. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32011R0440
- Europäische Kommission (2012). Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern (konsolidierte Fassung vom 20.8.2025), Anhang, Einträge EPA/DHA, ALA und DHA. Amtsblatt der EU L 136. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02012R0432-20250820
- Kommission der Europäischen Gemeinschaften (2009). Verordnung (EG) Nr. 983/2009 der Kommission vom 21. Oktober 2009 zur Zulassung bzw. Verweigerung der Zulassung bestimmter gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel betreffend die Verringerung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern (konsolidierte Fassung vom 11.7.2014), Anhang I, Eintrag α-Linolensäure und Linolsäure. Amtsblatt der EU L 277. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02009R0983-20140711
- Skulas-Ray AC, Wilson PWF, Harris WS et al.; American Heart Association (2019). Omega-3 Fatty Acids for the Management of Hypertriglyceridemia: A Science Advisory From the American Heart Association. Circulation 140(12):e673. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31422671/
- Zhang X, Ritonja JA, Zhou N, Chen BE, Li X (2022). Omega-3 Polyunsaturated Fatty Acids Intake and Blood Pressure: A Dose-Response Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. J Am Heart Assoc 11(11):e025071. https://doi.org/10.1161/JAHA.121.025071
- Ulven SM, Kirkhus B, Lamglait A et al. (2011). Metabolic effects of krill oil are essentially similar to those of fish oil but at lower dose of EPA and DHA, in healthy volunteers. Lipids 46(1):37. https://doi.org/10.1007/s11745-010-3490-4
- Dyerberg J, Madsen P, Møller JM, Aardestrup I, Schmidt EB (2010). Bioavailability of marine n-3 fatty acid formulations. Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids 83(3):137. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20638827/
- Arterburn LM, Oken HA, Bailey Hall E, Hamersley J, Kuratko CN, Hoffman JP (2008). Algal-oil capsules and cooked salmon: nutritionally equivalent sources of docosahexaenoic acid. J Am Diet Assoc 108(7):1204. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18589030/
- Albert BB, Derraik JG, Cameron-Smith D et al. (2015). Fish oil supplements in New Zealand are highly oxidised and do not meet label content of n-3 PUFA. Sci Rep 5:7928. https://doi.org/10.1038/srep07928
- Strobel C, Jahreis G, Kuhnt K (2012). Survey of n-3 and n-6 polyunsaturated fatty acids in fish and fish products. Lipids Health Dis 11:144. https://doi.org/10.1186/1476-511X-11-144
- EFSA NDA Panel (2023). Scientific opinion on the tolerable upper intake level for vitamin D, including the derivation of a conversion factor for calcidiol monohydrate. EFSA Journal 21(8):e08145. https://doi.org/10.2903/j.efsa.2023.8145