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Matcha: Definition, Koffein und Zubereitung

10 min. Messwert
Matcha: caffeine, preparation and grades

Matcha ist ein pulverförmiger grüner Tee japanischer Herkunft, der aus dem Teestrauch Camellia sinensis hergestellt wird, verarbeitet zum Typ Tencha. Anders als bei losem Tee wird das Blatt nicht aufgegossen und entfernt, sondern zu feinem Pulver gemahlen und vollständig getrunken. Die Sträucher werden einige Wochen vor der Ernte mit Matten beschattet, was die chemische Zusammensetzung des Blattes verändert: Der Gehalt an Aminosäuren einschließlich L-Theanin steigt ebenso wie der Chlorophyllgehalt, der Gehalt an Catechinen sinkt.[1][2]

Auf einen Blick

  • Matcha ist ein pulverförmiger japanischer grüner Tee aus Blättern des Typs Tencha, die vor der Ernte beschattet werden; getrunken wird das ganze gemahlene Blatt.
  • Matcha enthält nach einer Analyse 18,9 bis 44,4 mg Koffein pro Gramm; eine Portion von 2 g entspricht damit nach Berechnung etwa 38 bis 89 mg.
  • Ein kritischer Review aus dem Jahr 2023 kommt zu dem Schluss, dass die Nachweise zum Einfluss von Matcha auf kognitive Funktionen und kardiometabolische Parameter bislang begrenzt sind.
  • Die Verordnung (EU) Nr. 432/2012 enthält keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe zu Koffein, L-Theanin, dem Teestrauch oder Matcha.
  • Nach EFSA wirft eine tägliche Koffeinzufuhr bis 400 mg aus allen Quellen bei gesunden Erwachsenen keine Sicherheitsbedenken auf, mit Ausnahme von Schwangeren.

Tencha: Beschattung, Zusammensetzung und Unterschied zu losem Tee

Tencha entsteht aus jungen Trieben, die mindestens 20 Tage vor der Ernte beschattet werden. Die Beschattung erhöht den Gehalt an Aminosäuren und senkt den Gehalt an Catechinen; das Ergebnis ist ein ausgeprägter Umami-Geschmack mit geringer Bitterkeit und Adstringenz. Der erste Unterschied liegt in der Art des Konsums: Bei Matcha wird das ganze gemahlene Blatt getrunken, bei losem Tee nur der Aufguss. Der zweite Unterschied ist chemisch und ergibt sich aus der Beschattung. Ein Review aus dem Jahr 2020 nennt einen Chlorophyllgehalt in Tencha-Blättern von 5,65 mg/g gegenüber 4,33 mg/g in gewöhnlichem grünem Tee. Eine Neuauswertung von Matcha-Proben, die 2017 im Handel waren, verglich drei Gruppen zu je drei Proben. Die drei in Japan verkauften Proben mit dem höchsten Theaningehalt enthielten im Mittel 41,4 mg/g, die drei japanischen Proben mit dem niedrigsten Gehalt 8,5 mg/g und drei im Ausland verkaufte Proben mit mittlerem Gehalt 8,7 mg/g. Die mittleren Werte aus dem Ausland waren damit mit den japanischen Proben mit dem niedrigsten Gehalt vergleichbar. Proben mit hohem Theaningehalt waren außerhalb Japans nach Angaben der Autoren sehr selten. Polyphenole machen bis zu 30 % der Trockenmasse grünen Tees aus.[2][1]

Theaningehalt japanischer grüner Tees in Milligramm pro Gramm Tee und Beschattung vor der Ernte. Die Werte für Matcha sind Mittelwerte von jeweils drei Proben, die 2017 im Handel waren; die Werte für Gyokuro, Sencha und Bancha sind ungefähre Angaben aus älteren Arbeiten.[2]
Tee und Proben Theanin (mg/g) Beschattung vor der Ernte
In Japan verkaufter Matcha, 3 Proben mit dem höchsten Theaningehalt 41,4 nicht angegeben
In Japan verkaufter Matcha, 3 Proben mit dem niedrigsten Theaningehalt 8,5 nicht angegeben
Im Ausland verkaufter Matcha, 3 Proben mit mittlerem Theaningehalt 8,7 nicht angegeben
Gyokuro etwa 20 mehr als 20 Tage
Sencha etwa 10 nein
Bancha etwa 5 nein

Zeremonielle und kulinarische Qualitätsstufe und Theaningehalt in Proben

Eine verbindliche rechtliche Definition der Qualitätsstufen von Matcha wird in den zitierten Quellen nicht genannt. Ein Review aus dem Jahr 2026 über japanische grüne Tees unterscheidet authentischen (zeremoniellen) Matcha aus Blättern der ersten Ernte, die mehr als 20 Tage beschattet wurden, und verarbeiteten Matcha in Lebensmittelqualität aus kürzer beschatteten Blättern. Matcha in Lebensmittelqualität wird danach häufig als Matcha verkauft, obwohl er aus Blättern geringerer Qualität, aus unzureichend beschatteten Blättern oder aus späteren Ernten stammt. Ein anderer Review aus dem Jahr 2026 beschreibt die zeremonielle Stufe als Matcha aus Knospen und ersten Blättern der Frühjahrsernte, die zarter sind, was das Geschmacksprofil unmittelbar beeinflusst. Eine spätere Ernte liefert ältere und größere Blätter mit weniger feinem Geschmack, wie er für die kulinarische Stufe typisch ist. Die Konzentration der Aminosäuren nimmt mit niedrigerer Stufe ab, was mit der Alterung des Blattes zusammenhängt.[2][3]

Zeremonieller Matcha wird in traditionellen Steinmühlen gemahlen, ein langsamer Prozess; bei niedrigeren Qualitätsstufen werden schnellere Mahlverfahren verwendet. Die grüne Farbe von Matcha stammt vom Chlorophyll, das in beschatteten Blättern reichlicher vorhanden ist. Höhere Stufen enthalten üblicherweise mehr Koffein und Aminosäuren, vor allem L-Theanin, niedrigere Stufen können mehr Catechine enthalten. Matcha in Lebensmittelqualität wird üblicherweise in Süßwaren und Getränken verwendet.[3][1][2]

Aus den zitierten Studien ergeben sich drei messbare Merkmale. Das erste ist der Theaningehalt, der sich je nach Verkaufsort unterschied. Die Autoren einer Studie aus dem Jahr 2018 leiteten aus einem klinischen Versuch mit 3 g Matcha pro Tag eine Schwelle von 17 mg/g ab. Diese überschritten 50 von 76 in Japan verkauften Proben, aber nur 6 von 67 im Ausland verkauften Proben. Das zweite ist die Qualitätsstufe, die der Dauer der Beschattung, dem Alter des Blattes und dem Mahlverfahren entspricht. Das dritte ist der Koffeingehalt, den der Hersteller angeben kann und der bei Matcha in der Spanne von 18,9 bis 44,4 mg/g liegt.[4][2][3][1]

Portion, Zubereitung und Koffein im Vergleich mit Kaffee

Für eine Portion werden üblicherweise etwa 2 g Pulver und 90 bis 100 ml Wasser verwendet. Das Wasser soll heiß sein, etwa 70 °C, nicht kochend. Der Koffeingehalt liegt nach einem Review aus dem Jahr 2020 in grünen Tees zwischen 11,3 und 24,67 mg/g, in Matcha zwischen 18,9 und 44,4 mg/g; die Spanne für Matcha stammt aus einer einzigen im Review zitierten Analyse. Zum Vergleich enthalten die meisten Kaffeebohnen 10 bis 12 mg Koffein pro Gramm. Bei einer Portion von 2 g Pulver entspricht das etwa 38 bis 89 mg Koffein (Berechnung). Nach demselben Review wird bei Beschattung im Blatt verstärkt Koffein gebildet und angereichert. Der Koffeingehalt kann auch mit dem Erntezeitpunkt und dem Alter des Blattes zusammenhängen; ältere Blätter enthalten weniger Koffein. Er hängt außerdem von der Sorte und von der Witterung während der Vegetationszeit ab.[3][1]

Balkendiagramm des Koffeins in einer Portion: Filterkaffee 90 mg, Espresso 80 mg, Energydrink 80 mg, Matcha aus 2 g Pulver 38 bis 89 mg, schwarzer Tee 50 mg, Cola 40 mg.
Koffein in einer Portion nach EFSA und Umrechnung für 2 g Matcha aus der Spanne von 18,9 bis 44,4 mg/g.[5][1]

Eine Portion Matcha aus 2 g Pulver enthält damit von weniger Koffein als eine Dose Cola (38 mg gegenüber 40 mg) bis etwa gleich viel wie eine Tasse Filterkaffee (89 mg gegenüber 90 mg). Es handelt sich um eine Berechnung, und das Ergebnis hängt vom Koffeingehalt des jeweiligen Pulvers ab.[1][5]

Sichere Mengen an Koffein und Catechinen nach EFSA

Die EFSA gibt in ihrer Stellungnahme aus dem Jahr 2015 an, dass Einzeldosen von Koffein bis 200 mg (etwa 3 mg pro kg Körpergewicht) und eine tägliche Zufuhr bis 400 mg aus allen Quellen bei gesunden Erwachsenen keine Sicherheitsbedenken aufwerfen, mit Ausnahme von Schwangeren. Die Themenseite der EFSA gibt für Schwangere und Stillende gemeinsam an, dass eine Koffeinzufuhr aus allen Quellen bis 200 mg pro Tag keine Sicherheitsbedenken für den Fötus aufwirft. Für Kinder und Jugendliche kann nach der EFSA derselbe Einzeldosiswert von 3 mg pro kg Körpergewicht wie für Erwachsene angewendet werden. Eine Einzeldosis von 100 mg kann bei manchen Erwachsenen Dauer und Verlauf des Schlafs beeinflussen, vor allem kurz vor dem Schlafengehen.[5]

Beim oberen Wert von 44,4 mg/g entsprechen 400 mg Koffein neun Gramm Matcha, also vier bis fünf Portionen zu je 2 g (Berechnung). Der traditionelle Konsum sind ein bis zwei Portionen pro Tag zu je 1,75 bis 2 g.[1][5][3]

Für Catechine hat die EFSA im Jahr 2018 angegeben, dass Dosen von 800 mg EGCG pro Tag und mehr, aufgenommen als Nahrungsergänzungsmittel, in Interventionsstudien zu einem statistisch signifikanten Anstieg der Serumtransaminasen führten. Die durchschnittliche tägliche Aufnahme von EGCG aus Aufgüssen grünen Tees beträgt 90 bis 300 mg. Catechine aus traditionell zubereitetem Aufguss grünen Tees und aus Getränken gleicher Zusammensetzung gelten nach der EFSA im Allgemeinen als sicher, sofern die Zufuhr der in den EU-Mitgliedstaaten berichteten Zufuhr entspricht. Nach dem Konsum von Aufgüssen grünen Tees wurden jedoch selten Leberschäden berichtet, wahrscheinlich als individuelle (idiosynkratische) Reaktion.[6]

Matcha ist kein Aufguss; das ganze Blatt wird getrunken. Die Neuauswertung der Proben von 2017 ergab Mittelwerte von 57,3 bis 79,8 mg EGCG pro Gramm. Eine Portion von 2 g enthält damit etwa 115 bis 160 mg EGCG und zwei Portionen pro Tag, die dem traditionellen Konsum entsprechen, etwa 230 bis 320 mg (Berechnung). Das liegt im oberen Bereich der Spanne der durchschnittlichen EGCG-Aufnahme aus Aufgüssen oder leicht darüber. Der Wert von 800 mg bezieht sich auf EGCG in Nahrungsergänzungsmitteln.[2][3][6]

Blauer Matcha aus den Blüten von Clitoria ternatea

Der Name Matcha bezeichnet gemahlenen Tencha-Tee aus dem Teestrauch Camellia sinensis. Ein Review aus dem Jahr 2026 weist darauf hin, dass nicht jeder pulverförmige Tee Matcha ist. Bei Produkten, die unter dem Namen blauer Matcha verkauft werden, gibt die Angabe auf der Verpackung Auskunft über die Zusammensetzung. Eine blaue Farbe haben zum Beispiel die Blüten der Pflanze Clitoria ternatea (Schmetterlingserbse), die zu den Hülsenfrüchtlern gehört; die Farbe stammt von Anthocyanen, die Ternatine genannt werden. Die oben genannten Angaben zu Koffein, Theanin und Catechinen gelten für Matcha aus dem Teestrauch, nicht für Produkte aus anderen Pflanzen.[1][2][7]

Gesundheitsbezogene Angaben in der EU und Stand der Forschung

L-Theanin ist eine Aminosäure des Teestrauchs. Das EU-Register der gesundheitsbezogenen Angaben (Fassung vom Februar 2013) führt Angaben zu L-Theanin und kognitiven Funktionen (Stellungnahme der EFSA 2011;9(6):2238) als nicht zugelassen. Als nicht zugelassen führt es auch die Angabe zu Koffein und einer Steigerung der körperlichen Leistung bei kurzzeitiger Belastung mit hoher Intensität (Stellungnahme der EFSA 2011;9(4):2053). Diese Angaben dürfen deshalb auf Lebensmitteln mit Matcha nicht verwendet werden.[8]

Ein kritischer Review von Studien an Menschen und Tieren aus dem Jahr 2023 kommt zu dem Schluss, dass die Nachweise zum Einfluss von Matcha auf kognitive Funktionen, auf kardiometabolische Parameter und auf Tumorzellen bislang begrenzt sind und keine Schlussfolgerungen gezogen werden können. Die Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben in der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 in der konsolidierten Fassung vom 20. August 2025 enthält keine Angabe zu Koffein, L-Theanin, dem Teestrauch oder Matcha.[9][10]

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Quellen

  1. Kochman J, Jakubczyk K, Antoniewicz J, Mruk H, Janda K (2020). Health Benefits and Chemical Composition of Matcha Green Tea: A Review. Molecules 26(1):85. https://doi.org/10.3390/molecules26010085
  2. Unno K, Kameoka Y, Nakamura Y (2026). Compositional Diversity and Functional Interactions of Bioactive Compounds in Japanese Green Tea: Focus on Matcha, Sencha, and Gyokuro. Molecules 31(16):2934. https://doi.org/10.3390/molecules31162934
  3. Sławińska P, Raczkowska E (2026). Matcha as a Source of Bioactive Compounds: A Review of Health-Promoting Properties and Potential Applications. Nutrients 18(10):1613. https://doi.org/10.3390/nu18101613
  4. Unno K, Furushima D, Hamamoto S et al. (2018). Stress-Reducing Function of Matcha Green Tea in Animal Experiments and Clinical Trials. Nutrients 10(10):1468. https://doi.org/10.3390/nu10101468
  5. EFSA (2015). Caffeine (topic page summarising the Scientific Opinion on the safety of caffeine, EFSA Journal 13(5):4102). European Food Safety Authority. https://www.efsa.europa.eu/en/topics/topic/caffeine
  6. EFSA ANS Panel (2018). Scientific opinion on the safety of green tea catechins. EFSA Journal 16(4):5239. https://doi.org/10.2903/j.efsa.2018.5239
  7. Maia NMA, Andressa I, Cunha JS, Costa NdA, de Oliveira EB, Leite Júnior BRdC, Vieira ÉNR (2025). Clitoria ternatea: Perspectives on Its Application in Foods and Potential Health Benefits. Plants 14(21):3322. https://doi.org/10.3390/plants14213322
  8. Europäische Kommission (2013). EU Register on nutrition and health claims (PDF erstellt am 14.2.2013). Food and Feed Information Portal. https://ec.europa.eu/food/food-feed-portal/backend/claims/files/euregister.pdf
  9. Sokary S, Al-Asmakh M, Zakaria Z, Bawadi H (2023). The therapeutic potential of matcha tea: A critical review on human and animal studies. Current Research in Food Science 6:100396. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36582446/
  10. Europäische Kommission (2012). Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern (konsolidierte Fassung vom 20.8.2025). Amtsblatt der EU L 136. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02012R0432-20250820
Fachliche Prüfung Founder of Powerlogy, 10 years in functional nutrition Geprüft am 29.08.2026

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